Wie ich meinen Kindern das Aufräumen beibringe…

…und wie Deine Kinder auch lernen können, Ordnung zu halten – 7 Tips für ein ordentliches Kinderzimmer

 

„Meine Kinder räumen nie auf!“ „Sohnemann hinterlässt ein riesiges Chaos im ganzen Haus!“ „Meine Tochter hat keine Lust zum Aufräumen!“ So oder so ähnlich lauten die Sätze, die ich als Ordnungscoach oft von verzweifelten Eltern höre. Das Aufräumen mit Kindern ist ein Dauerbrenner. Es scheint also eine unumstößliche Tatsache zu sein:

Kinder wollen nicht aufräumen. Wo Kinder sind, ist Chaos.

Das ist natürlich sehr allgemein gehalten. Provokativ vereinfacht sozusagen. Doch ich bin der Meinung, dass man das so nicht verallgemeinern kann. Oft sind es die Umstände, die es den Kindern erschweren. Manchmal fehlende Möglichkeiten, um Ordnung zu schaffen. Aber ich fange mal am Anfang an: Ich erzähle Dir, wie ich meinen Kindern das Aufräumen beibringe. Die beiden sind im Kindergartenalter, gehen auch in die Kita. Und sie sind ziemlich gute Aufräumer.

Und so räumen wir bei uns zu Hause auf:

Wenn wir nach Hause kommen, geht es rein ins Haus. Je nach Witterung werden Jacke, Schuhe, Regen- oder Schneehosen ausgezogen. Rucksäcke werden abgestellt. Es folgt: Eine freundlich-sachliche Erinnerung: Schuhe in den Schuhschrank, Mützen an den Haken, Jacken und Hosen an die Garderobe hängen! Dann werden die Rucksäcke geöffnet, Brotdose und Wasserflasche in die Küche gebracht, Rucksäcke an den Haken im Kinderzimmer gehängt. Ab ins Bad und Hände waschen!

Die erste Chaoshürde ist erfolgreich genommen.

Andere Situationen, in denen es mal unordentlich wird, gibt es in jedem Alltag. Das muss auch so sein, eine sterile Kindheit ist nicht schön. Ausgedehntes Basteln, der große Brand im Kuscheltierzoo, Autorennen vor großem Publikum, der Turmbau zu Berlin, die Kissenschlacht

Sie alle führen zu, genau, Chaos, Unordnung und Durcheinander.

Am Ende eines jeden Tages aber kommt das Abendessen. Und vor dem wird gemeinsam aufgeräumt. Immer. Klitzekleine Ausnahmen gibt es an Geburtstagen, bei Krankheit oder wenn es ausnahmsweise mal sehr spät geworden ist. Das ist aber sehr selten. Also wieder eine freundliche Erinnerung: Es gibt gleich Essen, bitte räumt auf! Und Mama packt dann symbolisch mit an. Und nach dem Essen räumt jeder zumindest seinen Teller ab. Genau wie im Kindergarten.

Gemeinsam macht Aufräumen einfach mehr Spaß.

Es haben sich im Laufe der Zeit bei uns aber auch noch weitere Grundregeln und Voraussetzungen gefunden, die ich Dir hier mal aufliste.

Aufräumen kinderleicht

1. Erreichbarkeit, Handhabbarkeit

So einfach, aber manchmal denkt man einfach nicht dran. Nur was Kinder erreichen können, können sie auch aufräumen. An eine Erwachsenengarderobe kommt kein Kind, also fliegt die Jacke auf den Boden. Gibt es eine Kindergarderobe, ist das Wegräumen ganz leicht. Soll das Lego in eine schwere Kiste, die auf ein Regal gehievt werden muss, oder gibt es eine Box auf niedriger Höhe? Bücherregal ganz weit oben oder auf Augenhöhe? Stifte hinten links in der Schublade unter dem Zeichenpapier oder übersichtlich mit einem Griff erreichbar in einem Becher oder Kasten?

Versetz Dich in die Lage Deines Kindes. Die Höhe, das Gewicht des Behältnisses und der rasche Zugriff, ohne andere Sachen wegräumen zu müssen, sind der Schlüssel.

2. Erkennbarkeit, Sichtbarkeit, logische Ordnung

Ab etwa 3,5 Jahren kannst Du mit Deinem Kind gemeinsam festlegen, was wo hinkommt. Behältnisse können mit Fotos oder Bildern oder bei größeren Kindern Etiketten versehen werden, so dass klar ist, was wo hingehört.

Keine versteckten Dinge, also vermeide große Stapel auch in Schubladen und Doppelreihen im Bücherschrank. Alles, was da ist, muss sichtbar und erreichbar sein, wenn Schrank oder Schublade geöffnet werden. Das erleichtert auch das Zurücklegen.

Jeder Mensch hat eine andere Logik in seiner Ordnung. Ein Stein, der aus Deiner Sicht in die Steinesammlung gehört, ist für Dein Kind vielleicht ein Schatz, der in die Geheimkiste muss. Also, wenn Du gemeinsam mit Deinem Kind eine Grundordnung schaffst, erlaube ihm auch seine eigene Logik, wenn möglich.

Jedes Ding hat seinen festen Platz!

3. Routinen und Rituale

Es ist vielleicht schon etwas abgedroschen, und Ich bin kein Erziehungsexperte. Aber wir fahren mit Routinen und Ritualen sehr gut. Bei uns sind es die schon oben beschriebenen, Ausziehen und Wegräumen nach dem Heimkommen, Aufräumen vor dem Essen, und noch ein weiteres: Wenn etwas nicht mehr bespielt oder benutzt wird, muss es an seinen festen Platz geräumt werden, bevor etwas Anderes herausgeholt wird. Das klingt vielleicht sehr streng, rettet aber bei 65qm Wohnung und vier Personen nicht nur Mamas Nerven. Und es sorgt dafür, dass selten sehr viel aufzuräumen ist. Kleine Aufräum-Intermezzos über den Tag verteilt sind für alle angenehmer als das Aufräumen eines komplett unordentlichen Hauses am Ende eines langen Tages.

4. Sachlichkeit, Freundlichkeit und Unterstützung

Wie ich schon oben geschrieben habe: Auch beim Thema Ordnung ist es wichtig, sachlich und freundlich zu bleiben. Erinnere Deine Kinder ans Aufräumen. Schmipfe oder drohe nicht. Zeig ihnen, dass es nicht schwer ist. Fass mit an – auch Du sollst es nicht allein machen, sondern zeigen, dass es leicht ist und Du auch hilfst. Bis die Routinen sitzen und von allein funktionieren, dauert es lange, aber wenn man sich darauf einstellt, auch mal mit anzufassen, ist es für alle entspannt.

5. Vorbildfunktion

Ein wichtiger Faktor ist, dass Deine Kinder auch sehen und mitbekommen sollten, dass auch Du Ordnung schaffst – und hältst. Logisch, oder? Wer sieht, dass Mama oder Papa es selbst nicht hinbekommen, der ist irritiert, warum er es dann soll. Mir persönlich helfen auch hierbei meine ganz eigenen Routinen: Fester Waschtag,fester Putztag, erst den Tisch abräumen und die Küche saubermachen und dann hinsetzen und so weiter.

6. Weniger ist mehr

Ganz einfach, sollte man meinen: Je weniger (Spiel-)zeug Du und Deine Kinder besitzen, um so weniger müsst Ihr aufräumen. Und pflegen, warten, reparieren, aufbewahren und am Ende eventuell auch wieder loswerden. Vielleicht gehst Du ja mal mit Deinen Kindern ihre Sachen durch, und Ihr sortiert aus:

  • Was irreparabel kaputt ist
  • Was nicht mehr altersgemäß ist
  • Was den Kindern keine Freude mehr macht

Was bleibt, wird übersichtlich angeordnet. Soweit, so einfach. Jetzt kommt der schwere Teil Und nun bist Du gefragt: Stoppe den Zufluss! Verwandte, Freunde, Bekannte, Kita, Schule, von überall her kommen Dinge ins Haus. Bitte um sinnvolle Geschenke: Sachen, die die Kinder wirklich brauchen. Verbrauchsmaterial wie Buntstifte, Kreide oder Knete. Einmal Eis essen gehen mit der Tante. Pizza backen mit der besten Freundin. Gutscheine für Zoo, Kino und Kindertheater. Mehr Tips für Geschenke ohne Zeug findest Du hier.

Lege eine Obergrenze fest: Eine Krimskramschublade ist erlaubt, ist sie voll und es soll was Neues rein, muss aussortiert werden. Eine Mappe voller Zeichnungen darf bleiben, der Rest kann fotografiert werden und dann weg damit.

7. Du musst Deinen Kindern nicht alles kaufen!

Liebe zeigt sich nicht im Ansammeln von Dingen. Verbringe lieber mehr Zeit mit ihnen. Macht etwas, das Euch allen Spaß macht. Sammelt Erinnerungen. Das ist, was bleibt, und was sie später noch wissen und schätzen. Einen tollen Artikel dazu gibt es auch hier.

Wenn Du jetzt denkst, das ist ja alles ganz schön…aber wie soll ich denn nur diese Grundordnung schaffen?

Oder das Kinderzimmer geht so, aber Du selbst versinkst im Chaos, dann ruf mich an oder schreib mir. Gemeinsam finden wir individuelle Lösungen für Dein Zuhause!

Kontaktiere mich für ein kostenloses Erstgespräch!

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