Minimalismus in der Weihnachtszeit oder: War früher wirklich mehr Lametta?

Mit diesem Post nehme ich an der Blogparade des Monats Dezember von https://allminimal.de/ teil. Alle Beiträge findet Ihr auf https://allminimal.de/minimalismus-in-der-weihnachtszeit.

Früher, da gab es bei meiner besten Freundin im Haus immer Lametta am Weihnachtsbaum.

Bei uns auch, wie Fotos aus meiner frühesten Kindheit belegen. Und Geschenke. So viele, dass ich die „Beute“ oft mit einem Wäschekorb in mein Zimmer schleppen und damit mehrmals gehen musste. Damals fand ich das toll. Heute bin ich froh, dass das nicht mehr so ist.

Ich weiß nicht, wie es in Eurer näheren Umgebung, bei Familie und Freunden aussieht. In meinem Umfeld gibt es immer mehr Familie und Freunde, die über „zu viele Sachen“ klagen. Die Kleider-, Küchen- und Schuhschränke platzen aus allen Nähten. Spielzeug quillt aus dem Kinderzimmer und übernimmt das Haus. Und jetzt kommt noch Weihnachten, und die Verwandten, und die Geschenke, oje. Am liebsten würden viele diesen Teil einfach überspringen, Weihnachten einfach mal ausfallen lassen.

Auf der anderen Seite hat man das Gefühl, dass es immer mehr, immer früher wird. Die Weihnachtskekse liegen schon im Oktober im Supermarkt. Adventskalender gibt es inzwischen mit allem gefüllt, was man sich nur vorstellen kann, von Spielzeug über Säfte, Kosmetika, Parfums bis zu Alkohol und Sexspielzeugen. Kein Witz!

Glitzerdekoration, Weihnachtsmänner, Rentiere und Weihnachtsbäume beherrschen die Innenstädte. Man kann dem Konsum gar nicht mehr entkommen. Oder?

Vor einigen Jahren begann ich ebenfalls, Weihnachten zu hassen. Der Grund dafür war, dass es zur stressigsten Zeit des Jahres mutiert war. Besinnlich war da nix mehr. Innerhalb der Familie war die Geschenkorgie ausgeartet. Oma konnte und wollte keine Geschenke mehr selbst besorgen und beauftragte uns reihum, für die jeweils anderen Geschenke zu kaufen. Jeder hatte also nicht nur das, was er den anderen schenken wollte, sondern auch noch die Geschenke von Oma an Papa und Mama auf der Liste. Oft kam dann noch spontan ein Onkel dazu, für den dann in letzter Minute eingekauft werden musste. Hinzu kam, dass eigentlich jeder alles hatte und nichts brauchte.

Außerdem gab es Weihnachten immer ein riesiges Festmahl. Meine Mama war schon Tage im Voraus wie wild am Kochen und Braten. Irgendwie hatte es sich eingebürgert, dass wir an zwei Tagen „großes Essen“ hatten. Das war zwar superlecker, aber für Mama war Weihnachten eigentlich nur Arbeit.

Als meine Oma nicht mehr bei uns war, schworen wir uns gegenseitig, dass Weihnachten ab jetzt entspannter werden würde.

Keine Geschenke, kein Drama, einfach miteinander die Zeit genießen. Und was soll ich sagen – es ist uns gelungen! Wir sind dem Konsum entkommen oder haben ihn zumindest unter Kontrolle. Mittlerweile habe ich selbst Kinder, und ich freue mich schon richtig auf Weihnachten.

Hier sind meine Tipps, wie Du mit Minimalismus und Einfachheit zu einer entspannteren, glücklicheren, günstigeren und umweltfreundlicheren Weihnachtszeit kommst!
Kaufe weniger.
  • Lass die Geschenke weg. Punkt. Wenn es irgendwie geht, vereinbare mit allen, mit denen Du bisher Geschenke ausgetauscht hast, Euch nichts zu schenken. Einige Menschen haben Probleme damit, weil sie durch Geschenke ihre Liebe oder Zuneigung ausdrücken. In dem Fall:
  • Versuche, die richtigen Geschenke zu bekommen. Bitte um etwas Konkretes, das Du wirklich brauchst und Dir evtl selber kaufen wolltest, oder mach eine (Online-) Wunschliste mit mehreren Sachen. Oder frage nach Erlebnissen statt Dingen: Ein Kino-, Theater-, Restaurant- oder Zoogutschein sind auch für Kinder toll, vor allem, wenn der Schenkende auch Zeit schenkt und mitkommt.
  • Wenn Du selbst etwas schenken musst, folge obigen Vorschlägen oder schenke etwas, dass man verbrauchen kann. Wie wäre es mit einem Kuchenrezept und den passenden Zutaten dazu im Glas oder selbstgemachten Pralinen? Du könntest auch Deine Zeit verschenken, zum Beispiel indem Du mit Deiner Oma zum Kaffee trinken und in den Park spazieren gehst oder Deiner Freundin eine Stunde Babysitting schenkst, damit sie mal in Ruhe einen Kaffee trinken kann.
  • Kinder und Geschenke. Da ich selbst gern an Weihnachten als Kind zurückdenke und die sprichwörtlichen leuchtenden Kinderaugen nun schon zwei Mal bei meinem eigenen Sohn gesehen habe, verzichten wir nicht komplett auf Geschenke für die Kinder. Wir halten uns aber an eine Regel, die mir vor allem in englischsprachigen Minimalismus-Blogs immer wieder untergekommen ist: Something they want, something they need, something to wear, something to read. Also jeweils ein Geschenk, dass die Kinder haben wollen, brauchen, tragen und lesen. Bei uns sind das dieses Jahr ein Feuerwehrauto, eine Fahrradlampe, ein paar neue Handschuhe und ein Grüffelo-Buch. Das teilen wir unter allen auf. Zu viele Geschenke überfordern vor allem kleine Kinder, und sie haben gar keine Zeit, sich auf eines richtig einzulassen und es in Ruhe zu erkunden und auszuprobieren.
  • Eliminiere das große Essen am Heiligabend. Bei uns gibt es jetzt wieder, so wie vor langer Zeit in der Familie üblich, Kartoffelsalat und (Tofu-)Würstchen. Das kann vorher vorbereitet werden, keiner steht stundenlang in der Küche. Alle können am Tisch sitzen und die Gespräche, Musik und den Baum genießen. Und natürlich die Bescherung für die Kinder!
Dekoriere weniger.
  • Meine Weihnachtsdeko passt in einen Karton (etwas größer als ein normaler Schuhkarton). Wir haben seit Jahren einen wunderschönen Lichtstern, einige Filzanhänger für den Baum, eine Lichterkette und ein paar Holzsterne. Dazu nehmen wir noch Tannengrün, Orangenscheiben und dieses Jahr eventuell noch Sterne aus Salzteig. Das sieht schön und natürlich aus und duftet gut. Ich muss nicht stundenlang dekorieren, mir Gedanken um die Aufbewahrung den Rest des Jahres über machen und massenhaft Zeug pflegen und einpacken. Zusätzlich kann man mit Kindern noch aus Papier, Popcorn oder Cranberries Girlanden basteln, Misteln und Efeu verwenden (Vorsicht giftig) und andere natürliche Materialien benutzen. Sucht einfach ein bisschen im Netz, es gibt viele Vorschläge für umweltfreundliche Basteleien.
  • Lametta ist übriges entweder alt, aus Blei und kann dann sogar gefährlich sein, oder es ist aus Plastik und dann auch nicht besser für die Umwelt. Lass es also lieber weg und dekoriere mit natürlichen Materialien. Es gibt auf Weihnachtsmärkten oder im Netz schönen Baumschmuck aus Holz, Filz, Wolle, Glas oder Keramik.
  • Ein Wort zur Verpackung der Geschenke: Bedrucktes und vor allem Hochglanzpapier, das nur ein einziges Mal benutzt wird, ist natürlich nicht sehr nachhaltig. Packe Deine Geschenke doch mal in einen wiederverwendbaren Beutel, z.B. aus Baumwolle, Leinen oder Jute, und dekoriere diesen mit Naturmaterialien. Den Beutel kann man wieder und wieder verwenden.
Genieße und teile.
  • Nimm das „Fest der Liebe“ wörtlich (keine Sorge, es geht jugendfrei weiter!). Nutze die Zeit, die durch weniger Shopping, Verpacken und Dekorieren frei wird. Trinke mit Deinen Freunden einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, besuche mit Deinen Kindern ein Kinderkonzert oder backe Plätzchen. Sieh Dir mit Deinem Partner einen Weihnachtsfilm an und vernichte die Plätzchen wieder. Lass Dich in Weihnachtsstimmung bringen und teile schöne weihnachtliche Erlebnisse mit Deinen Lieben. Schnapp Dir jemanden, mit dem Du schon lange nicht mehr genug Zeit verbracht hast, und schlendere durch die weihnachtliche Stadt in ein Café.

Ich hoffe, dass diese Tipps Dir einige Anregungen gegeben haben. Wenn Du noch mehr wissen möchtest, findest Du mich auf Facebook oder hier. Ich freue mich von Dir zu hören und helfe Dir auch gern, Deinen Weihnachtskrempel zu minimieren.

Und dann hatte ich Dir ja noch Lametta versprochen.

Also, meine Mama, die glaube ich niemand als Minimalistin bezeichnen würde, hat seit 30 Jahren denselben Baumschmuck. Es handelt sich um rote Glaskugeln und – rote Lametta-Puschel! Wie auch immer diese Dinger korrekt heißen, für uns sind es nur die Puschel. Sie werden jedes Jahr sorgfältig ausgepackt, aufgehängt und nach Weihnachten wieder in Seidenpapier eingewickelt, um im Schrank aufs nächste Jahr zu warten.  Auch das ist Minimalismus, und/oder Frugalismus – seit 30 Jahren wurde kein Pfennig für neuen Baumschmuck ausgegeben!

Wie planst Du dieses Jahr Weihnachten, und wird es Geschenke geben? Hinterlass‘ einen Kommentar, ich bin gespannt!

 

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